„Impulse müssen aus der Region kommen“

Im Gespräch (von links) Innen-Staatssekretär Gerhard Eck, Bürgermeister Roland Grillmeier und Regierungspräsidentin Brigitta Brunner.

16.06.2011

„Der Staat kann helfen, die Impulse dazu müssen aber aus der Region kommen“, sagte Innen-Staatssekretär Gerhard Eck, der kürzlich an einer städtebaulichen Tagung im Porzellanmuseum teilnahm. „Krempelt die Ärmel hoch und legt selber mit Hand an, an einer erfolgreichen Zukunft, Mitterteich ist da auf einem guten Weg“, sagte Eck abschließend.

Die Städtebauliche Tagung fand auf Einladung der Stadt Mitterteich, in enger Kooperation mit der Regierung der Oberpfalz statt. Gekommen waren Architekten und Städtebauplaner aus ganz Bayern, Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, sowie Vertreter der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN, Wunsiedel und Hof. Ganztägig wurden die etwa siebzig Teilnehmer über die „Region im Wandel“ von Experten informiert. In seiner Begrüßung nannte Bürgermeister Roland Grillmeier die Tagung eine Energiequelle, die den Kommunalpolitikern und der Region gut tun wird. Gemeinsam bildet Mitterteich mit Waldsassen und Tirschenreuth ein Städtedreieck, das sich dem demographischen Wandel und des damit einhergehenden Strukturwandels verschrieben hat. Grillmeier verhehlte nicht, dass schon viele Fördergelder in die Region geflossen sind. So habe Mitterteich den Wandel einer Industriestadt positiv beeinflussen können. Dank der Leistungen und Visionen in den einzelnen Kommunen konnte vieles für die drei Städte erreicht und der industrielle Wandel abgefedert werden.

Innenstaatsekretär Gerhard Eck nannte die Tagung gleich eingangs eine wichtige Veranstaltung für die Region. Einen ersten Dank richtete er an die Regierung der Oberpfalz, sie kümmern sich um die Probleme der Kommunen und nehmen es in die Hand. Eck, der selber früher ein Planungsbüro 25 Jahre lang leitete, ehe er in die Politik wechselte, sagte, er freue sich, dass jetzt wieder viele Bagger und Baumaschinen rollen, dies sei ein Zeichen von Investitionen, wie gerade wieder in diesen Tagen in Mitterteich. „Es wird wieder gebaut, es tut sich was in der Region“, sagte Eck.

Kurz ging der Sprecher auch auf die aktuelle Energiepolitik ein und betonte, dass dies keine Kehrtwende sei, sondern eine Beschleunigung. „Die Politik ist aufgerufen, die Sorgen und Nöte der Menschen ernst zu nehmen“. Eck zeigte sich zuversichtlich, dass der energiepolitische Umstieg geschafft werden kann. Allerdings wird sich die Landschaft verändern. „Für ein Atomkraftwerk sind 7000 Windkrafträder nötig“. Eck kündigte weitere Unterstützung für den Bau von Biogasanlagen und Speicherkraftwerken an. „Keine Frage, unser Land wird sich verändern“, sagte er. Eingehend auf den industriellen Wandel sagte er, zeige das Beispiel Mitterteich, wie dieser Wandel funktionieren kann. Der Sprecher machte deutlich, unsere Städte im ländlichen Raum müssen sich auf strukturelle Veränderungen einlassen.

Als Folge des demographischen Wandels stehen viele Geschäfte in den Ortszentren leer. Hier eine Lösung zu finden, wird eine der größten Herausforderungen der jüngeren Zukunft werden. Eck sicherte weitere Unterstützung des Freistaates Bayern, bei der Lösung dieser Probleme zu. „Ich kämpfe leidenschaftlich für den ländlichen Raum und will, dass die Ortszentren wieder lebendiger werden“, sagte Eck. Der Innenstaatssekretär, der früher selber Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde war, erinnerte daran, dass einst in seiner Gemeinde nur 40 Arbeitsplätze vorhanden waren, heute sind es über 1350 Arbeitsplätze. Abschließend betonte der Redner, dass gerade die Kommunen Mitterteich, Waldsassen und Tirschenreuth von der Städtebauförderung profitiert haben, „diese Gelder sind ein Segen für die Region und die heimische Wirtschaft“.

Professor Dr.-Ingenieur Lothar Koppers betonte in seinem ersten Fachvortrag, dass die Einwohnerzahlen im Landkreis Tirschenreuth weiter rückläufig sind. Er prognostizierte für 2030 nur noch 65.000 Einwohner und für 2050 gar nur noch 50.000 Einwohner. Aktuell leben im Landkreis noch 75.000 Menschen. Er forderte den Landkreis auf, sich der Zukunft zu stellen und nur noch reale Dinge anzustoßen und umzusetzen. „Wir müssen perspektivisch für die Zukunft handeln“. Freilich lässt sich der Wandel nur beeinflussen, wenn der Landkreis und seine Kommunen auch aktiv werden, sagte Dr. Koppers.

An die erfolgreiche „Grenzenlose Gartenschau“ 2006 erinnerte Michal Pospisil, 3. Bürgermeister der Stadt Eger. Freimütig gab er zu, dass die Idee zur gemeinsamen Gartenschau von bayerischer Seite aus kam. Kurz skizierte er den Erfolg der Gartenschau, dessen Grundlage in vielen gemeinsamen Gesprächen gelegt wurde. Die gesteckten Ziele hat die Stadt Eger erreicht. Der Tourismus wurde verstärkt, neue Arbeitsplätze geschaffen und das Image der Stadt enorm verbessert. In weiteren Redebeiträgen stellten auch die Bürgermeister Franz Stahl (Tirschenreuth) und Bernd Sommer (Waldsassen) den Wandel ihrer Städte in eine erfolgreiche Zukunft vor. Die Architekten Peter Völkner, Klaus Immich und Peter Brückner berichteten von den Sanierungen der Innenstadt in den drei Städten im Stiftland. Beendet wurde die Tagung mit einer Podiumsdiskussion, unter der Leitung von Architekt Karlheinz Beer.

Einladung mit Programm als PDF anzeigen

Text und Bilder: Josef Rosner